15.01.2026 Tag 4: Bazar - Zitadelle - Moscheen - koptisches Kairo

Veröffentlicht am 15. Januar 2026 um 22:50

Taaaaag zwei im Dschungel......ähm nein falscher Kontinent.

Fatma führte uns an diesem Tag zuerst ins Koptische Viertel, sprich ins christliche Kairo. Erster Stop: "Die Hängende Kirche" oder "Die Kirche der heiligen Jungfrau Maria". Hängend deswegen, weil sie ca. 25m über dem Boden im Rahmen eines römischen Kastells gebaut wurde. (Im 4. Jahrhundert n.Chr. ging`s den Römern nimmer so gut und sie mussten den Bau zulassen.)

Nächster Halt: Die Kirche "Abu Sera". Damals, als Jesus mit seinen Eltern, also mit seiner Mutter und Ihrem Mann, aus Bethlehem flüchten musste, trieb es sie an diesem Ort wo sie angeblich einige Zeit lebten. Wie das ging, wo doch die Kirche erst im 4. Jhdt gebaut wurde? Naja vielleicht wurde die Kirche um Ihren Schlafplatz gebaut... Schön ist die Kirche allemal und auf alle Fälle einen Besuch wert. Unglaublich feine Intarsien und Holzverkleidungen verzieren die Kirche.

Danach ging`s zur "Sultan Hassan Moschee", die mit ihrer Schlichtheit und ihrer Größe beeindruckt. Im Gegensatz dazu die "Alabaster Moschee", die über Kairo thront. Sie ist hell und sehr prunkvoll und in der Zitadelle von Kairo integriert.

Zum Abschluss des Tages dann ab in den Basar. Auf der einen Seite rein und nach einer halben Stunde voller wunderbaren Geschäfte und wildem Treiben auf der anderen Seite wieder ausgespuckt, wartete die letzte Herausforderung an diesem Tag: die Überquerung einer Hauptstraße zur Stoßzeit.

Generell muss ich ein paar Sachen zum Straßenverkehr in Kairo sagen: Erstens es gibt kaum Verkehrszeichen. Wozu auch? Sie würden doch eh nur ignoriert werden. Zweitens: Gefahren wird wo Platz ist. So kann aus einer für uns zweispurigen Straße eine achtspurige Autobahn werden. Immer wenn man denkt man touchiert ein anderes Auto, kommt ein Moped vorbeigeschossen, welches die Großmutter, die Mutter, den Sohn und den lenkenden Vater auf sich trägt. Ob der kleine Bub, der zwischen Vater und Lenker eingezwickt sichtbar ist, steht oder sitzt, konnte ich nicht genau sehen. Aber irgendwie funktioniert es doch. Auch auf der Autobahn gehen die Menschen manchmal einfach über die Straße, ohne sich vom Verkehr beirren zu lassen (und hier meine ich die echte Stadtautobahn). Also machte ich es ihn einfach nach und ging los. Einfach Blick auf die andere Straßenseite gerichtet und losgegangen. Es wurde nicht gehupt und ich kam ganz sicher drüben an. Petra sagte mir nachher, dass Fatma in dem Moment blass wurde und der Ohnmacht nahe war, weil sie mich nicht aufhalten konnte. Dank meinen langen Zeigezehen (siehe ägyptische Fußform)  schlummert doch ein Ägypter in mir. Oder ich hatte einfach nur Glück oder die Ägypter viel Mitleid mit mir.

Zur Feier des Tages besorgte ich mir bei einem Händler in der Nähe des Hotels eine Dose Stella (Bier), welches unter viel Vorsicht und Blicken auf den Eingang in zwei schwarze blickdichte Plastiksäcke gepackt wurde. Ich bin mir sicher, dass anderer Stoff nicht so heikel behandelt wird.